Eine logistische Herausforderung: Röhrenlieferung

Wie produziert man genug Röhren, um eine der längsten Unterseepipelines der Welt zu bauen? Und wie schafft man es, die ersten Röhren bereits in wenigen Monaten zu liefern? Vor dieser Herausforderung stand das Nord Stream 2-Expertenteam, das eine enorme Logistikoperation gestartet hat, um den knappen Zeitplan der Pipeline einzuhalten. Im Herbst 2016 begannen bereits die ersten Rohrlieferungen.

Bei einer Länge von 1.200 Kilometer benötigen die beiden Pipelines von Nord Stream 2 etwa 200.000 einzelne Röhrensegmente. Jedes ist zwölf Meter lang und wiegt über 20 Tonnen. Nord Stream 2 entschied sich für drei Spezialhersteller, um hochwertige Stahlröhren mit 1.153 Millimeter Durchmesser zu produzieren: Europipe in Deutschland sowie Chelpipe und OMV in Russland.

Die Röhrensegmente werden in den Werken der jeweiligen Produzenten hergestellt. Dort erhalten sie sowohl die innere Ummantelung, um die Reibung zu verringern, als auch die äußere Ummantelung, die aus drei Schichten Polyethylen bestehen und Korrosion verhindern. Die Röhren werden auf höchste internationale Qualitätsstandards geprüft und vom TÜV Nord zertifiziert.

Die ersten Rohrverbindungen wurden am 26. September 2016 zur Ummantelungsfabrik in Kotka in Finnland geliefert.

Nach Sicherstellung der Qualität werden die Röhren mit dem Zug zu den Logistikhubs von Nord Stream 2 nach Mukran in Deutschland und Kotka in Finnland transportiert. Dort werden die Röhren mit Beton ummantelt, um die Stabilität und Haltbarkeit auf dem Meeresgrund zu verbessern. Anschließend erfolgt der Transport zu den Lagerflächen rund um die Ostsee, bevor sie schlussendlich auf die Verlegeschiffe geladen werden.

Nord Stream 2 folgt dem von Nord Stream erfolgreich implementierten und prämierten „Green Logistics“-Konzept. Es basiert auf dem Einsatz emissionsarmer Transportmittel und der Wahl der kürzesten Entfernung zwischen Produktionswerk, Ummantelungsfabrik und Lagerfläche zum Verlegeschiff.

Die Röhren werden in Kotka gelagert und sind bereit für die Betonummantelung.