Nord Stream 2 unterstreicht Bedarf für die Pipeline

  • Detaillierte Projektbegründung entkräftet Hauptkritikpunkt der Umweltverbände auf dem Erörterungstermin in Stralsund
  • Nord Stream 2 stärkt Versorgungssicherheit der Europäischen Union

17. Juli 2017 | Stralsund | Unter Leitung der zuständigen deutschen Genehmigungsbehörden – Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und Bergamt Stralsund – findet vom 17. bis 21. Juli der Erörterungstermin zum Nord Stream 2-Pipelineprojekt statt. Dieser Termin ist ein wichtiger Teil des deutschen Genehmigungsverfahrens und die abschließende Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Nord Stream 2-Projekt in Deutschland. In den fünf Tagen werden die gegen die Planungen abgegebenen Einwendungen und Stellungnahmen von den Genehmigungsbehörden mit den Verfahrensbeteiligten erörtert, so auch der Hauptkritikpunkt der Umweltverbände zum fehlenden Bedarf einer weiteren Pipeline.

Stabiler Gasbedarf bei stark sinkender Eigenförderung

Die Eigenproduktion von Gas in Europa ist in den letzten Jahren stetig gesunken. In den nächsten 20 Jahren wird ein weiterer Rückgang um circa 50 Prozent bzw. circa 70 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m3) erwartet, während die bisherigen Lieferanten wie Norwegen (minus 25 Mrd. m3) und Nordafrika (minus 30 Mrd. m3) nicht mehr in der Lage sein werden, Europa auf dem heutigen Niveau mit Gas zu versorgen. Gleichzeitig bleibt die Gas-Nachfrage in der EU stabil, wie es etwa das EU-Referenzszenario 2016 vorhersagt.

Europäische Gasnachfrage

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Dies bedeutet, dass zusätzliche Infrastruktur notwendig ist, um die resultierende Importlücke von circa 120 Mrd. m3 zu schließen und die europäische Energieversorgung gegen Nachfrage- und Versorgungsrisiken abzusichern, auch bereits kurzfristig bis 2020. Diese Importlücke kann nur durch LNG (Liquefied Natural Gas) sowie Pipeline-Gas aus Russland geschlossen werden. Welchen Anteil dabei LNG und Pipeline-Gas einnehmen, wird vom Markt selbst entschieden werden.

Da Nord Stream 2 nur einen Teil der zusätzlich benötigten Gasmengen liefern kann, wird sich der Anteil von rund einem Drittel an den Gasimporten der EU nicht wesentlich verändern.

Russisches Pipeline-Gas wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Option

Infrastruktursysteme wie Nord Stream 2 stellen dabei die wettbewerbs¬fähigste und zuverlässigste Art dar, zusätzliches Erdgas aus Russland in den europäischen Markt zu transportieren. Aufgrund der niedrigen Förder- und Transportkosten ist Pipeline-Gas aus Russland in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht die beste Option für die Erdgasversorgung Europas.

Pipelinelängen nach DBI

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Nord Stream 2 steht für die Verpflichtung der am Projekt beteiligten Unternehmen, die langfristige Energiesicherheit der EU durch zuverlässige und wettbewerbsfähige Gaslieferungen sowie diversifizierte Transportkapazitäten über eine kurze und direkte Verbindung zu den größten Gasreserven der Welt in Nordrussland zu erhöhen.

Energiewende mit-Reduktion nur mit Erdgas realistisch

Die gasbefeuerte Stromerzeugung wird eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von erneuerbaren Energien spielen. Erdgas bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Bei der Verstromung sind die CO2-Emissionen nur halb so hoch wie bei der Verstromung von Kohle. Als Teil einer wirtschaftlich soliden Stärkung des EU-Gasmarktes wird Nord Stream 2 diese klimafreundliche Energiewende unter wirtschaftlich sinnvollen Rahmenbedingungen unterstützen.

Wenn Erdgas anstelle von Kohle genutzt würde, könnte die über Nord Stream 2 pro Jahr bezogene Gasmenge in Höhe von 55 Mrd. m3 zur jährlichen Einsparung von ungefähr 160 Millionen Tonnen CO2 führen. Dies entspräche einer 14-prozentigen Senkung des bei der Stromerzeugung anfallenden EU-Gesamtausstoßes. Im Zusammenspiel mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen besitzt Erdgas eine Vielzahl an Vorteilen gegenüber anderen fossilen Energieträgern, was es zur ersten Wahl als zusätzliche Energiequelle bei einer fortgeschrittenen, kohlenstoffarmen Energiestrategie macht. In der EU nimmt der Anteil von Erdgas am Energiemix zu und dürfte in ungefähr zehn Jahren den Platz von Kohle einnehmen.

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