- Umweltstandards genießen weiterhin höchste Priorität
4. Juni 2018 | Lubmin (Deutschland)/Zug (Schweiz) | Nord Stream 2 bedauert die Verunreinigung der Küste des Greifswalder Boddens und übernimmt die Verantwortung dafür. Ein solcher Vorfall entspricht nicht den hohen Umweltstandards von Nord Stream 2. Deshalb hat das Unternehmen unverzüglich die Reinigung der betroffenen Küstenabschnitte veranlasst. Die Ursachen werden detailliert analysiert. Die Baggerarbeiten im Bodden werden erst wieder aufgenommen, wenn in enger Abstimmung mit Behörden sichergestellt ist, dass sich ein derartiger Vorfall zukünftig nicht wiederholt.
Großteile der Strände gesäubert
Bei den Reinigungsarbeiten hat Nord Stream 2 rund 60 Kilometer Strand- und Küstenabschnitte vom Struck bis Zudar abgesucht und gereinigt. Ein schwer zugänglicher Bereich im Naturschutzgebiet nördlich von Wampen, der nur vom Wasser aus mit Booten erreichbar ist, konnte bisher noch nicht vollständig gereinigt werden. Hier läuft die Reinigung mit Unterstützung eines zwölfköpfigen Spezialteams der Firma Baltic Taucher aus Rostock möglicherweise noch bis Dienstag. Bisher wurden insgesamt etwa 70 Kilogramm Fettreste eingesammelt.
In den bereits gereinigten Abschnitten, die besonders stark betroffen waren, wie Wampen sowie die Küste zwischen Riemserort und Stahlbrode, erfolgen bis auf weiteres regelmäßig Begehungen durch Reinigungstrupps. Obwohl nun über 95 Prozent der betroffenen Küstenlinie als gesäubert beziehungsweise nicht betroffen gelten, kann es immer noch zu Neuanspülungen von Schmierfettresten kommen. Dafür sind täglich Kontrolleure unterwegs, die den Zustand weiter beobachten und im Fall von möglichen Neufunden umgehend die Reinigung veranlassen. Aufmerksame Bürger können uns weiterhin unterstützen, indem sie Funde über die speziell eingerichtete Hotline melden: 030 28 87 58 116. Nord Stream 2 wird die Reinigungsarbeiten in der geforderten Qualität so lange fortsetzen, wie das nötig ist.
Verdacht bestätigt
Im Zusammenhang mit den Untersuchungen der Schmierfettverunreinigungen hat Nord Stream 2 einen wichtigen Teil der internen Untersuchungen abgeschlossen. Nunmehr steht fest, dass das Baggerschiff ‚Peter the Great‘ eines von Nord Stream 2 beauftragten Unternehmens die wesentliche Quelle für die Schmierfett-Funde im Greifswalder Bodden ist.
Aufgrund einer zunächst unentdeckten Leckage am Schmiersystem auf der ‚Peter the Great‘ sind vor Pfingsten bis zu 145 Kilogramm rötliches Schmierfett in den Bodden gelangt. Sobald Nord Stream 2 von diesem Zwischenfall erfahren hat, wurden die Arbeiten dieses Baggers eingestellt. Nach Bekanntwerden des Zwischenfalls und der damit verbundenen Verunreinigungen wurden unverzüglich die Reinigung an den betroffenen Strand- und Küstenabschnitten begonnen.
Während dieser Reinigungsarbeiten wurden seit dem 27. Mai 2018 vereinzelt auch andersfarbige Schmierfettreste in deutlich geringerer Menge gefunden. Daher hat Nord Stream 2 an diesem Tag alle Baggerarbeiten unterbrochen und die restlichen Baggerschiffe in den Hafen Lubmin für umfangreiche Untersuchungen beordert. Diese Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Die bisherige Analyse in einem Fachlabor hat jedoch bereits eine Übereinstimmung der roten Schmierfettreste mit dem auf der ‚Peter the Great‘ verwendeten Schmierfett ergeben.
Dieses auf der ‚Peter the Great‘ eingesetzte Schmierfett enthält nach Angaben des Herstellers keine wassergefährdenden Stoffe. Wie alle Schmierfette für den Gebrauch auf See ist es biologisch abbaubar und hat keine toxische Wirkung auf Wirbeltiere. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf Menschen seien ähnlich wie bei Haushalts-Schmierprodukten. Bei Berührung können die Rückstände mit Wasser und Seife abgewaschen werden.
Aktuell befinden sich alle Bagger der von Nord Stream 2 beauftragten Flotte im Hafen Lubmin. Nord Stream 2 wird in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Zwischenfall wie auf der ‚Peter the Great‘ in Zukunft nicht wiederholt. Erst danach werden die Baggerarbeiten baldmöglichst wieder aufgenommen.