Nord Stream 2 legt UVP-Abschlussbericht in Russland vor

  • Einreichung der UVP-Unterlagen für das Projekt in Russland zur Begutachtung durch staatliche Umweltexperten
  • Nord Stream 2 hat aus den öffentlichen Konsultationen zahlreiche Anregungen zum technischen Design, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Minderungsmaßnahmen berücksichtigt
  • Als wesentliche Maßnahme zur deutlichen Reduzierung der Umweltbelastung wurde eine innovative Konstruktionslösung entwickelt
  • Eine Reihe von Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen kompensiert die wenigen verbleibenden Auswirkungen

27. November 2017 | Moskau | Die Nord Stream 2 AG, der Entwickler der neuen Pipeline, die russisches Erdgas über die Ostsee in den EU-Markt liefern wird, hat der russischen Umweltaufsichtsbehörde (Rosprirodnadzor) den abschließenden Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgelegt. Die Entwicklung des UVP-Abschlussberichts folgte dem öffentlichen Konsultationsprozess auf der Grundlage des Berichtsentwurfs, der Anfang August 2017 veröffentlicht worden war.

Im Rahmen der 60-tägigen Konsultationsphase erhielt Nord Stream 2 zahlreiche Anmerkungen und Empfehlungen von Experten sowie der Öffentlichkeit. Als verantwortungsbewusster Projektentwickler hat Nord Stream 2 diese Hinweise berücksichtigt. Der UVP-Bericht wurde überarbeitet und aktualisiert, um unter anderem Folgendes zu berücksichtigen:

  • eine noch ausführlichere Abschätzung der möglichen Auswirkungen auf das gesamte Gebiet des Kurgalski-Naturschutzgebietes und seine ökologischen Merkmale;
  • eine detaillierte und abgestimmte Liste seltener Arten und Arten, die im Roten Buch erfasst sind, sowie Informationen über ihre Verbreitung an Land und auf See;
  • noch detailliertere Informationen über die Arten und Populationen von Brutvögeln, einschließlich Informationen über Kolonien und Nistplätze;
  • ergänzende Forschungsdaten aus dem Jahr 2017 sowie Helcom BALSAM-Daten zu Meeressäugetieren;
  • Informationen über die Eisverhältnisse in der Narwa-Bucht, um die Auswirkungen auf die baltischen Ringelrobben während der Brutzeit genau zu beurteilen;
  • aktualisierte Informationen zur indigenen Bevölkerung im Projektgebiet;
  • Einzelheiten zu Objekten des kulturellen Erbes;
  • neue Daten über Makrophyten und Laichgründe von Fischen innerhalb der Grenzen des Kurgalski-Naturschutzgebiets, die in zusätzlichen Untersuchungen im Sommer 2017 erfasst wurden.

Sämtliche Rückmeldungen wurden dokumentiert und in der Projektdokumentation beantwortet.

Der Pipelinebau findet in einem sensiblen Gebiet des Küstenstreifens in Russland statt. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache und als Antwort auf die Bedenken der Öffentlichkeit hat Nord Stream 2 eine innovative Lösung für den Bau dieses Abschnitts der Pipeline entwickelt. Die neue technische Lösung ist auf die lokalen Umweltbedingungen zugeschnitten. Sie wird den Baukorridor und die damit verbundenen Auswirkungen um etwa 50 Prozent reduzieren. Im sensibelsten Lebensraum wird der Bau nur innerhalb des schmalsten machbaren Baukorridors mit einer Breite von 30 Metern durchgeführt. Nach Abschluss der Baumaßnahmen wird die gesamte Fläche wiederhergestellt. Ein 30 Meter breiter Korridor oberhalb der Pipeline wird frei von Bäumen gehalten und auf natürliche Weise begrünt.

Die neue Lösung für den Bau nutzt Grabenkästen, die es erlauben, senkrechte Grabenwände zu stellen und die Breite des Grabens auf das absolute Minimum zu reduzieren. Führende internationale Ingenieure entwickelten die innovative Grabenbauweise nach sorgfältiger Abwägung aller verfügbaren technischen Möglichkeiten und der örtlichen Umweltbedingungen mit dem Ziel, minimale Umweltbelastungen zu gewährleisten. Bei dem Verfahren kann die Pipeline in einem gefluteten Graben verlegt werden, so wird sichergestellt, dass der Grundwasserspiegel während und nach dem Bau erhalten bleibt. Die Menge an Aushubmaterial wird im Vergleich zu einem herkömmlichen, offenen Graben um 70 Prozent reduziert. Für den Bau der Pipeline werden fast keine schweren Geräte vor Ort eingesetzt.

Sergey Serdyukov, Chief Technical Officer der Nord Stream 2 AG, erklärte: “Wir nehmen unsere Verpflichtung, etwaige Umweltauswirkungen zu minimieren, sehr ernst. Wir haben nach eingehender Prüfung aller verfügbaren Optionen eine äußerst nachhaltige Bauweise entwickelt.”

Nord Stream 2 hat sowohl den Platzbedarf des Baus als auch die Umweltauswirkungen der Pipeline auf ein Minimum reduziert sowie ein breites Spektrum an Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen entwickelt, um die möglichen verbleibenden Auswirkungen zu kompensieren. Auf der Basis der Rückmeldungen von Experten während der Konsultation wurde das ursprünglich geplante Maßnahmenprogramm um folgende Punkte erweitert:

  • Optimierung des Bauzeitplans unter Berücksichtigung der sensiblen Phasen für Vögel, Fische und Meeressäuger;
  • Bau von sechs künstlichen Nistplätzen für Seeadler und andere große Vögel, wie Fischadler und Storch;
  • Umsetzung jener Pflanzen, die im Roten Buch erfasst sind, aus dem Baukorridor in andere geeignete Lebensräume;
  • Aussetzung junger Edelfische (Atlantischer Lachs, Forelle);
  • Vermeiden des Einschleppens von invasiven gebietsfremden Pflanzenarten.

Die Überprüfung der Projektdokumentation durch die zuständigen staatlichen Behörden ist Voraussetzung für die Erteilung einer Baugenehmigung, die in 2018 erwartet wird.

Nord Stream 2 wird das Projekt auf nachhaltige Weise und unter Einhaltung strenger internationaler Standards umzusetzen. Auch weiterhin werden wir einen offenen Dialog mit Expertengruppen und der Öffentlichkeit fortführen, um sicherzustellen, dass alle Anliegen und Fragen behandelt werden.

Der UVP-Abschlussbericht ist auf der Nord Stream 2-Website verfügbar.

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