Nord Stream 2: keine signifikanten Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet Kurgalski

  • Der Berichtsentwurf zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Nord Stream 2-Projekt in Russland wurde bei einer öffentlichen Anhörung in Kingisepp diskutiert
  • Nord Stream 2 hat die Hauptfragen zum Projekt beantwortet
  • UVP-Berichtsentwurf und Hauptergebnisse der Untersuchungen wurden mit Wissenschaftlern in Fokusgruppen diskutiert
  • Konsultationen und Informationsveranstaltungen in neun Siedlungen des Kingisepp-Bezirks
  • Nord Stream 2 setzt aktiven Dialog mit Öffentlichkeit und Wissenschaft fort

4. September 2017 | Kingisepp | Die Nord Stream 2 AG, der Projektentwickler zum Bau der neuen Erdgaspipeline durch die Ostsee, und die Bezirksregierung Kingisepp haben eine öffentliche Anhörung zum Berichtsentwurf zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt in Russland abgehalten. Der Entwurf wurde am 4. August 2017 veröffentlicht.

„Die vorläufigen Ergebnisse der UVP zeigen, dass Nord Stream 2 aufgrund der geplanten Umweltschutzmaßnahmen keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt und somit das Kurgalski-Naturschutzgebiet haben wird", so das Expertenteam von FRECOM Ltd., der unabhängigen Beratung, die den UVP-Bericht für das Projekt in Russland ausgearbeitet hat.

Gregory Vilchek, Leiter des Nord Stream 2-Genehmigungsteams in Russland, sagte: „Der Berichtsentwurf zur UVP basiert auf den Ergebnissen umfangreicher Untersuchungen, die im Zuge des Projekts in den letzten fünf Jahren von führenden wissenschaftlichen Organisationen durchgeführt wurden, darunter die Russische Wissenschaftsakademie, die Staatliche Universität St. Petersburg und das Staatliche Forschungsinstitut der Binnenfischerei-Industrie (GosNiorkh)."

Bei den Untersuchungen entlang der geplanten Route handelt es sich um die detailliertesten und umfangreichsten, die jemals in der Region durchgeführt wurden. Die Untersuchungen vergrößerten das Wissen über das Kurgalski-Naturschutzgebiet und den angrenzenden Finnischen Meerbusen erheblich. Die Route durch die Narwa-Bucht und den südlichen Randteil des Kurgalski-Naturschutzgebiets war zuvor auf der Grundlage einer umfassenden Analyse einer Vielzahl von Faktoren als präferierte Option ausgesucht worden, da diese Route im Vergleich zu allen anderen Optionen die geringsten sozialen und ökologischen Auswirkungen hat.

Die Anhörung in Kingisepp ist Teil der öffentlichen Diskussionen zum Berichtsentwurf zur UVP. Bewohner des Kingisepp-Bezirks, örtliche Stakeholder, Vertreter von Umweltschutzorganisationen, sowie Experten von Nord Stream 2 und FRECOM nahmen daran teil.

Nord Stream 2 hat ausführlich die wichtigsten Aspekte zur Projektumsetzung in Russland erläutert:

  • Nord Stream 2 wird keine signifikanten negativen Auswirkungen auf das Kurgalski-Gebiet haben. Die Bautätigkeiten betreffen nur 0,14 Prozent der Naturschutzfläche an Land direkt.
  • Das Projekt wird in voller Übereinstimmung mit der russischen Gesetzgebung durchgeführt. Die Voruntersuchungen und die wissenschaftliche Analyse der Route werden von hochqualifizierten Spezialisten durchgeführt. Alle dafür notwendigen Genehmigungen liegen vor, die Untersuchungen finden in vollem Einklang mit den Schutzbestimmungen des Gebietes statt.
  • Der Bau der Gaspipeline im südlichen Randteil des Kurgalski-Naturschutzgebietes wird keine seltenen Pflanzen und Tiere vernichten. Südlich und nördlich der geplanten Route wurden ähnliche Bestände an Pflanzen gefunden.
  • Eine Reihe von Umweltschutzmaßnahmen zum Schutz der Vogelpopulation wird ergriffen.
  • Die verfügbaren Untersuchungsdaten liefern keine Hinweise auf bedrohte Habitate geschützter Meeressäugetiere entlang der Route durch die Narwa-Bucht. Der Einfluss des Baus der Gasleitung auf diese Tiere wird als gering eingeschätzt.

Entsprechend der russischen Gesetzgebung werden die öffentliche Diskussion des UVP-Berichtsentwurfs und die Möglichkeit zur Stellungnahme dazu 30 Tage nach der Anhörung weiterlaufen. Der finale Bericht wird die Stellungnahmen berücksichtigen und gemeinsam mit einer Materialsammlung aus den öffentlichen Anhörungen als Teil der Projektdokumentation den staatlichen Umweltexperten vorgelegt.

Nord Stream 2 steht im Dialog mit der Öffentlichkeit und hat sich bereits vor der Anhörung mehrfach mit den örtlichen Gemeinden, Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftlern getroffen. Über 200 Anwohner des Kingisepp-Bezirks nahmen an den Konsultationen zum Projekt teil, die von den regionalen und städtischen Behörden organisiert wurden. Die Kommentare aus diesen Treffen wurden erfasst, um anschließend berücksichtigt zu werden, wie es in den Beratungen mit den zuständigen Behörden und entsprechend der Vorschriften vereinbart wurde.

Die Nord Stream 2 AG arbeitet bereits seit Beginn des Projektes eng mit internationalen und regionalen Umweltschutzorganisationen zusammen. Der UVP-Berichtsentwurf sowie die durchgeführten Umweltuntersuchungen und ihre Ergebnisse wurden in Fokusgruppen aus etwa 30 Experten von mehr als zehn wissenschaftlichen Instituten und Umweltschutzorganisationen diskutiert. Zu den Teilnehmern gehörten zum Beispiel die Russische Wissenschaftsakademie, die Staatliche Universität St. Petersburg, das Staatliche Forschungsinstitut der Binnenfischerei-Industrie (GosNiorkh), der Russische Bund für Vogelschutz, BPS Monitoring, sowie die russischen Naturschutzorganisationen Baltic Fund for Nature und Baltic Ringed Seal Friends Fund.

Als Ergebnis dieser Diskussionen haben sich Nord Stream 2 und die Experten auf konkrete Empfehlungen geeinigt, die im finalen UVP-Bericht berücksichtigt werden sollen. So sollen beispielsweise die größtmöglichen Vorkehrungen getroffen werden, die Wiederherstellung der pflanzlichen Umwelt zu fördern. Bei den Rekultivierungsmaßnahmen soll es vermieden werden, invasive Spezies einzuschleppen. Mit Kamerafallen soll das Monitoring von Meeressäugern auf der Maly Tjuters-Insel verbessert werden. Während des Baus sollen auf den Verlegeschiffen ausgebildete Experten für die Beobachtung von Meeressäugern eingesetzt werden.

Bereits im Mai 2017 hat auf Bestreben von Nord Stream 2 und mit der Unterstützung führender Umweltschutzorganisationen ein runder Tisch stattgefunden, um die Routenoptionen für die russische Anlandestation zu diskutieren. Um die dort von den Experten ausgesprochenen Empfehlungen umzusetzen, hat Nord Stream 2 individuelle Konsultationen zu einzelnen Punkten der Routenführung durchgeführt, sich mit der International Union for Conversation of Nature getroffen und die Fokusgruppendiskussionen des UVP-Berichtsentwurfs vorgeschlagen.

Im Rahmen der öffentlichen Diskussion des Projektes, die im April 2017 begonnen hat, hat Nord Stream 2 insgesamt 13 umfassende Dokumente auf seiner Website veröffentlicht, die detailliert die ökologischen und sozialen Aspekte der Routenführung und des Projekts in Russland beschreiben. Zur umfassenden Information der Öffentlichkeit wurden vier Bürgerbüros in Kingisepp und in Siedlungen des Kingisepp-Bezirks eingerichtet. Dort liegen alle Dokumente zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Als Projektentwickler eines internationalen Infrastrukturprojekts möchte Nord Stream 2 negative Umweltauswirkungen so weit wie möglich vermeiden oder minimieren. Dazu werden die optimale Route, das technische Design und die Baumaßnahmen sorgfältig ausgewählt und ein umfangreiches Programm an Umweltschutzmaßnahmen aufgelegt.

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