Nord Stream 2 hält Wort

  • Kompensationskonzept mit erheblich reduziertem Flächenbedarf
  • Maßnahmen Wreecher See und Mellnitz-Üselitzer Wiek entfallen
  • Investitionen in Kläranlagen Bergen, Göhren, Stralsund und Greifswald

7. November 2017 | Stralsund | Die Nord Stream 2 AG hat beim Bergamt Stralsund, der zuständigen Genehmigungsbehörde für den Pipeline-Trassenverlauf im deutschen Küstenmeer, ein überarbeitetes Kompen­sationskonzept eingereicht. Das angepasste Konzept ist das Ergebnis eines intensiven und konstruktiven Dialogs aller Beteiligten und berücksichtigt die Auswertung der Stellungnahmen sowie die Erkenntnisse des Erörterungs­termins. „Wir haben viele Alternativmaßnahmen geprüft und konnten geeignete finden, um so den Flächenbedarf auf Rügen erheblich zu reduzieren. Wir haben unser Wort gehalten und eine konsensfähige Lösung im Sinne der Bauern und der Umwelt gefunden“, so Jens Lange, Manager Genehmigungen Deutschland, der Nord Stream 2 AG.

Die Maßnahmen Wreecher See und Mellnitz-Üselitzer Wiek sind nicht mehr Bestandteil des neuen Konzeptes. Bei den Maßnahmen Ossen und Lobber See wurde die Flächenkulisse reduziert und nur noch frei verfügbare beziehungsweise geeignete Flächen berücksichtigt. Statt der ursprünglich rund 250 Hektar Ackerfläche mit einem Bodenwert unter 50 sollen nun lediglich rund 70 Hektar Ackerfläche auf Rügen in naturnahe Wiesen und Weiden inklusive eines tragfähigen Bewirtschaftungskonzeptes umgewandelt werden.

Ziel des Kompensationskonzeptes ist unverändert die Reduktion des Nährstoff­eintrags, insbesondere Stickstoff, in die Rügenschen Boddengewässer. Um das zu erreichen, wird Nord Stream 2 in die freiwillige Zusatzfiltration von Stickstoff und Phosphor in den Kläranlagen auf Rügen in Bergen und Göhren sowie den Kläranlagen in Stralsund und in Greifswald investieren. Damit wird sich der Eintrag in die Rügenschen Boddengewässer bei Stickstoff in Form von Nitrat um über 70 Tonnen und bei Phosphor um über drei Tonnen pro Jahr reduzieren.

Die Kombination der freiwilligen Zusatzfiltration in der Kläranlage Bergen mit der Maßnahme Ossen vervierfacht den Reduktionsumfang des Nährstoffeintrags im Vergleich zu der ursprünglich geplanten Umwandlung von Ackerland. Damit wird der ökologische Zustand des Kleinen Jasmunder Boddens noch effektiver verbessert. Durch die Kombination der Investitionen in der Kläranlage Göhren mit der Maßnahme Lobber See werden ähnlich positive Effekte für den Greifswalder Bodden erreicht.

Zu dem angepassten Kompensationskonzept gehört zudem unverändert die Maßnahme Insel Schadefähre im Peenestrom.

Das angepasste Kompensationskonzept wird in den nächsten Wochen unter anderem von den Naturschutz- und Umweltbehörden begutachtet und bewertet. Auf Basis dieser Ergebnisse erfolgt dann die Abwägung durch das Bergamt Stralsund, die Voraussetzung für die Erstellung des Planfeststellungsbeschlusses ist.

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