Die Nord Stream 2 AG hat heute die Genehmigung für den Bau und Betrieb des Pipelinesystems im deutschen Küstenmeer sowie im Anlandebereich in Lubmin bei Greifswald erhalten. Das Bergamt Stralsund hat den Planfeststellungsbeschluss für diesen insgesamt rund 55 Kilometer langen Trassenabschnitt gemäß Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) erteilt.

Nord Stream 2 erhält Genehmigung für das deutsche Küstenmeer

  • Bergamt Stralsund erteilt Planfeststellungsbeschluss für den Bau und Betrieb der Nord Stream 2-Pipeline
  • Wichtiger Meilenstein für gesamtes Genehmigungsverfahren

31. Januar 2018 | Stralsund (Deutschland), Zug (Schweiz) | Die Nord Stream 2 AG hat heute die Genehmigung für den Bau und Betrieb des Pipelinesystems im deutschen Küstenmeer sowie im Anlandebereich in Lubmin bei Greifswald erhalten. Das Bergamt Stralsund hat den Planfeststellungsbeschluss für diesen insgesamt rund 55 Kilometer langen Trassenabschnitt gemäß Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) erteilt. 

„Die Baugenehmigung ist Ergebnis eines intensiven Planungs- und Konsultationsprozesses. Wir sind uns der Verantwortung für diesen sensiblen Naturraum bewusst und haben dies in unseren Planungen berücksichtigt. Das schließt, neben Belangen der Umwelt, auch die Interessen anderer Betroffener ein, wie z.B. der Schifffahrt und des Tourismus“, so Jens Lange, Manager Genehmigungen Deutschland der Nord Stream 2 AG. „Es ist zudem ein wichtiger Meilenstein im vielschichtigen Genehmigungsverfahren für unser gesamtes Projekt.“

Bereits Anfang November 2017 hatte Nord Stream 2 die Bergrechtliche Genehmigung für den Bereich des deutschen Festlandsockels (gleichbedeutend mit der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone – AWZ) vom Bergamt Stralsund erhalten. Sie ist die notwendige Voraussetzung für die Erteilung der Genehmigung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die deutsche AWZ, die im ersten Quartal 2018 erwartet wird. 

Die nationalen Genehmigungsverfahren in den anderen vier Ländern – Russland, Finnland, Schweden und Dänemark – laufen ebenfalls planmäßig. Nord Stream 2 hat alle Voraussetzungen für die Erteilung der Genehmigungen erfüllt und erwartet diese daher rechtzeitig, um die vorgesehenen Baumaßnahmen in 2018 umsetzen zu können.

Zahlen und Fakten: Nord Stream 2 – Status Januar 2018

1. Stand der Genehmigungen

  • Der Genehmigungsprozess geht in allen Ländern, die den Bau und Betrieb genehmigen müssen (Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland), planmäßig voran. Die Genehmigungen werden in den nächsten Monaten erwartet, so dass geplante Baumaßnahmen 2018 umgesetzt werden können.
  • Dänemark kann aufgrund eines neuen Gesetzes den Bau der Pipeline in den eigenen Hoheitsgewässern verbieten. Für diesen Fall wird an Routenalternativen gearbeitet. Die beantragte Route wird weiterverfolgt, da sie aus Umwelt- und Sicherheitsaspekten optimal ist und der von den dänischen Behörden empfohlenen Nord Stream-Route folgt.

2. Stand der Investitionen

  • Es wurden bereits Aufträge mit einem Volumen von rund 4,7 Milliarden Euro vergeben, darunter alle großen Aufträge von Rohrproduktion über Logistik bis hin zu den Verlegeschiffen und Großkomponenten.
  • Über 70 Prozent der rund 200.000 Rohre sind produziert und rund ein Drittel liegen verlegefertig auf den Lagerplätzen an der Ostseeküste.
  • Mehr als 670 Unternehmen aus 25 Ländern profitieren im Investitionszeitraum von dem Pipeline-Projekt.

3. Klima- und Umweltschutz

  • Nord Stream 2 ist Voraussetzung für die Erreichung der gesteckten Klimaziele.
  • Die Verstromung der Nord Stream 2-Erdgas-Jahreskapazität anstelle von Kohle würde die CO2-Emissionen in der Stromproduktion um jährlich 160 Millionen Tonnen senken. Das entspricht den jährlichen Emissionen von rund 30 Millionen PKWs oder den Emissionen von Schweden, Finnland und den Baltischen Staaten zusammen.
  • Im Vergleich zur Regasifizierung und dem Transport von verflüssigtem Gas (LNG) mit gleicher Gasmenge durch 600 bis 700 Tanker spart der Gastransport durch Nord Stream 2 bis zu 45 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.
  • Investitionen im Rahmen der Kompensationsmaßnahmen in die Zusatzfiltration der Kläranlagen Stralsund, Greifswald, Bergen auf Rügen und Göhren reduzieren den Schadstoffeintrag in den Greifswalder Bodden um jährlich 70 Tonnen Nitrat und drei Tonnen Phosphor.

4. Gasbedarf

  • Die von Experten übereinstimmend prognostizierte Importlücke in Höhe von circa 120 Milliarden m3 in den nächsten 20 Jahren muss durch Nord Stream 2-Pipelinegas und LNG geschlossen werden.
  • Der Verbrauch in Deutschland allein ist im letzten Jahr um fünf Prozent gestiegen.
  • Der Anteil russischen Gases am Gasverbrauch der EU in den letzten Jahren beträgt rund 30 Prozent, in Deutschland circa 40 Prozent. Daran wird sich auch zukünftig maßgeblich nichts ändern, weil Nord Stream 2 nur einen Teil der in der EU zusätzlich benötigten Importe abdecken kann.
  • Die bestehende Nord Stream-Pipeline ist zu 93 Prozent ausgelastet.

5. Stand EU-Debatte

  • Die Juristischen Dienste von EU-Kommission und -Rat haben die Vorschläge der Kommission zur Anwendung des Dritten Energiepakets auf Nord Stream 2 beziehungsweise für ein Verhandlungsmandat mit Russland in Gutachten als rechtlich unkorrekt bewertet.
  • Internationale Rechts- und EnergieexpertenIndustrieverbände und Abgeordnete des Europaparlaments äußerten erhebliche Zweifel an der Rechtskonformität der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Ausdehnung der Anwendung der Gasdirektive auf Infrastruktur von außerhalb des Binnenmarktes und am beabsichtigten Eilverfahren.
  • Zum Beispiel kritisiert der BDEW in seiner Stellungnahme den zentralen Eingriff in die Kompetenz zur Sicherstellung der nationalen Energiesicherheit und befürchtet negative Auswirkungen auf den Gaspreis.

Diese Pressemitteilung finden Sie untenstehend auch auf Finnisch und Schwedisch.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. OK