Monitoring-Ergebnisse zum Bau von Nord Stream 2 ergaben lediglich geringe Auswirkungen auf die Umwelt in Finnland

  • Das Umweltmonitoring und technische Monitoring im Jahr 2018 in Finnland konzentrierte sich auf Unterwasserlärm, Wasserqualität und -strömungen sowie Kulturerbe
  • Die Umweltberatung Sitowise bestätigte, dass alle beobachteten Auswirkungen gering, begrenzt und von kurzer Dauer waren

20. Juni 2019 | Helsinki (Finnland)/Zug (Schweiz) | Die Ergebnisse des jährlichen Umweltmonitorings und technischen Monitorings bestätigen, dass alle überwachten Auswirkungen den Bewertungen in der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und den Antragsunterlagen entsprachen oder sogar niedriger waren. Das Monitoring umfasste alle Auswirkungen der Bauarbeiten an der Nord Stream 2-Pipeline in der finnischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) im Jahr 2018. Insgesamt waren die Auswirkungen gering, begrenzt und von kurzer Dauer.

Das finnische Monitoring von Nord Stream 2 ist Teil eines umfassenden Langzeit-Monitorings, das für das Projekt entwickelt wurde. In jedem der fünf Länder, durch deren Gewässer die Pipeline verläuft, wurden nationale Überwachungsprogramme entwickelt. Um die Genehmigungsbedingungen in den einzelnen Ländern zu erfüllen, wurden die zuständigen Behörden vor dem Bau konsultiert. Die überwachten Parameter spiegeln die örtlichen Umweltbedingungen wider.

Die Baumaßnahmen in der finnischen AWZ im Jahr 2018 umfassten Munitionsräumungen, Gesteinsausbringungen, die Installation von Betonmatratzen an Kabel- und Pipeline-Kreuzungen sowie die Verlegung des ersten von zwei Pipeline-Strängen.

Munitionsräumung und Gesteinsaufschüttungen wurden zu Beginn als diejenigen Maßnahmen mit den größten Umweltauswirkungen bewertet. Insgesamt wurden 74 Munitionsobjekte geräumt und 144 Gesteinsbermen in der finnischen AWZ installiert. Eine Reihe von Minderungsmaßnahmen wurden getroffen, um die Umweltauswirkungen auf Meereslebewesen zu reduzieren, zum Beispiel um eine Beeinträchtigung von Meeressäuger durch vorübergehende oder dauerhafte Hörschäden oder Verhaltensänderungen zu verhindern. Die Überwachung der Wasserqualität wurde an zwei Gesteinsaufschüttungen durchgeführt, bei denen die größten Auswirkungen ermittelt wurden. Dabei wurden verdrängte Sedimente im Meeresboden überwacht, die Trübungen im Wasser verursachen.

Die jährlichen Überwachungsergebnisse kommen zu folgenden Schlüssen: 

  • Schädliche Geräuschpegel unter Wasser durch Munitionsräumung erreichten in finnischen oder estnischen Gewässern keine Schutzgebiete für Meeressäuger. 253 von 254 gemessenen Spitzenwerten des Unterwasserlärms waren niedriger als modelliert. Darüber hinaus wurden während der Räumungsarbeiten keine Robben oder Schweinswale in dem Gebiet entdeckt.
  • Die Auswirkungen der Bautätigkeit auf die Wasserqualität waren von kurzer Dauer und örtlich begrenzt. Trübungsschwellenwerte wurden signifikant kürzer überschritten als erwartet (sechseinhalb Stunden im Vergleich zu 19 Stunden). Darüber hinaus wurde kein Anstieg in der Schadstoffkonzentration festgestellt.
  • Die Installation von 492 Betonmatratzen und 260 Kilometer Rohrverlegung erfolgten wie geplant im Einklang mit den Genehmigungsbedingungen.
  • Es wurden keine Auswirkungen auf das über 200 Jahre alte Kanonenbootwrack beobachtet. 
  • Das Projekt wird das Erreichen der in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegten Ziele für eine gute Meeresumwelt nicht beeinträchtigen.
  • Die Integrität des Natura 2000-Netzwerks wurde durch baubedingte Effekte von Nord Stream 2 nicht gefährdet.

Der jährliche Monitoring-Bericht 2018 vergleicht die Überwachungsergebnisse mit dem Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung und den Genehmigungsanträgen. Er enthält auch Vergleiche mit den Monitoring-Ergebnissen von Nord Stream.

Der Bericht wurde von der unabhängigen Umweltberatung Sitowise erstellt. Der Umweltüberwachungsdienstleister Luode Consulting überwachte während der Bauarbeiten Unterwasserlärm sowie Wasserqualität und-strömungen. Dieser jährliche Überwachungsbericht wurde den zuständigen nationalen Behörden in Finnland vorgelegt und ist auf der Website von Nord Stream 2 verfügbar.

Die Monitoring-Aktivitäten wurden im Einklang mit dem finnischen Umweltüberwachungsprogramm durchgeführt und sind im Rahmen der von der regionalen Verwaltungsbehörde Südfinnland im April 2018 erteilten Wassergenehmigung bewilligt worden. Die Monitoring-Aktivitäten werden während der gesamten Bauphase fortgesetzt und in Quartals- und Jahresberichten dokumentiert.

Nord Stream 2 hat sich zum Ziel gesetzt, die Pipeline so umweltfreundlich und nachhaltig wie möglich zu bauen. Die Trassen und die Bauzeiten wurden in Absprache mit den nationalen Behörden festgelegt, um mögliche Auswirkungen auf die empfindliche Ostseeumwelt zu minimieren. Unabhängige Auftragnehmer überwachen die tatsächlichen Auswirkungen auf die Umwelt und das Meeresleben vor, während und nach dem Bau entlang der Pipeline-Trasse in zwölf Kategorien, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen der Bauarbeiten innerhalb der in den Genehmigungsunterlagen festgelegten Grenzen bleiben.

Der jährliche Monitoring-Bericht 2018 ist hier auf der Website von Nord Stream 2 verfügbar.

Lesen Sie hier mehr über die Umweltüberwachung von Nord Stream 2.


Diese Pressemitteilung finden Sie untenstehend auch auf Finnisch.