Das Umweltmonitoring der Offshore- und Onshore-Bauarbeiten von Nord Stream 2 in Russland zeigt, dass die Auswirkungen im Einklang mit oder sogar unter den geschätzten Auswirkungen liegen. Dieses Ergebnis bestätigt die Schlussfolgerungen des Berichts zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

Monitoring der Bauarbeiten von Nord Stream 2 in Russland: Keine signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt

  • Die Nord Stream 2 AG hat die Ergebnisse des letzten Zeitraums des Umweltmonitorings während des Pipelinebaus in Russland zusammengetragen
  • Die Beobachtungen zeigen lokal begrenzte und kurzfristige Auswirkungen ohne signifikanten Einfluss auf die Umwelt des Kurgalski-Naturschutzgebietes
  • Das Monitoring im Kurgalski-Naturschutzgebiet wird auch nach Inbetriebnahme fortgesetzt, um eine erfolgreiche Wiederherstellung sicherzustellen

19. April 2021 | Zug, Schweiz | Das Umweltmonitoring der Offshore- und Onshore-Bauarbeiten von Nord Stream 2 in Russland zeigt, dass die Auswirkungen im Einklang mit oder sogar unter den geschätzten Auswirkungen liegen. Dieses Ergebnis bestätigt die Schlussfolgerungen des Berichts zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

Das Monitoring für das Jahr 2020 - der letzte Überwachungszeitraum während der Bauphase - zeigt lokal begrenzte und kurzfristige Auswirkungen in Übereinstimmung mit der Projektdokumentation:

  • Am Offshore-Abschnitt traten keine Auswirkungen auf, die Ichthyofauna war nicht betroffen. Es wurden keine Veränderungen bei den Lebensbedingungen der Meereslebewesen, der Wasserqualität, den Bodensedimenten oder den Strukturen von Plankton und benthischen Gemeinschaften festgestellt, verglichen mit dem Monitoring 2019 vor dem Bau und den Daten der Untersuchungen 2015-2016.

  • Die Auswirkungen auf die Lebensräume im Kurgalski-Naturschutzgebiet entsprachen der UVP: Es wurden keine negativen Auswirkungen auf den Boden oder gefährliche exogene Prozesse nachgewiesen.

  • Es wurde keine Auswirkung auf das hydrologische Regime des Kader Sumpfgebiets in dem besonders geschützten Gebiet festgestellt.

  • Die Auswirkung auf die Pflanzenwelt war wie in der Projektbeurteilung vorhergesagt, mit einer geringfügigen Auswirkung auf die Vegetationsbedingungen von Arten, die innerhalb von wenigen Metern des Baukorridors vorkommen.

  • Die umgesetzten geschützten Pflanzen wurden als stabil bewertet, sowohl in Bezug auf die einzelnen Exemplare als auch auf die Bestände.

  • Mehrjährige Gräser haben die wiederhergestellten Flächen bedeckt und wachsen stetig.

  • Es gab keine Auswirkungen auf Tiere im Kurgalski-Naturschutzgebiet. Die Wanderung der Huftiere in der Nähe des Baukorridors wurde wiederhergestellt.

  • Es wurden keine signifikanten Auswirkungen auf nistende Vögel, einschließlich seltener Arten, festgestellt. Es wurden keine Veränderungen in der Zusammensetzung der Tierwelt oder im Verhalten der Vögel (sowohl nistende als auch ziehende) im Finnischen Meerbusen nachgewiesen.

Das umfassende Umweltmonitoring-Programm von Nord Stream 2 für den Bau der Pipeline in Russland basiert auf der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und wurde von der Hauptabteilung für staatliche Gutachten als Voraussetzung für den Erhalt einer Baugenehmigung in Russland genehmigt. Die Überwachung des Baukorridors auf der Kurgalski-Halbinsel und im Finnischen Meerbusen in Russland konzentriert sich auf geologische, physikalisch-chemische (z.B. Wasser- und Luftqualität) und biologische (z.B. Vögel und Meeressäuger) Umweltparameter.

Das Umweltmonitoring in Russland wird seit Baubeginn im Jahr 2018 durchgeführt. Das umfangreiche Beobachtungsprogramm wurde von JSC FREСOM, einem der erfahrensten Umweltberatungsunternehmen in Russland, entwickelt. Mehrere spezialisierte Institutionen, Labore und unabhängige Berater waren an der Überwachung beteiligt, darunter: das Staatliche Hydrologische Institut, das Russische Föderale Forschungsinstitut für Fischerei und Ozeanografie, das Wawilow-Forschungsinstitut für Pflanzenindustrie, das Russische Mendelejew-Institut für Metrologie, das Arktis- und Antarktis-Forschungsinstitut, Experten des Wissenschaftszentrums St. Petersburg der Russischen Akademie der Wissenschaften und andere. Die Berichte des Umweltmonitorings werden regelmäßig den zuständigen Behörden vorgelegt und durch Inspektionen vor Ort durch deren Vertreter überprüft.

Zusätzlich wurden spezifische Studien durchgeführt, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Lebensräume der Kurgalski-Halbinsel und des Finnischen Meerbusens zu erweitern.

  • Eine bisher unbekannte Kegelrobbengruppe wurde auf der Felseninsel Sommers entdeckt. Außerdem konnte zum ersten Mal die Wanderroute der Ostsee-Ringelrobbe vom östlichen Teil des Finnischen Meerbusens bis zur Westküste Estlands verfolgt werden. Die Wanderroute wurde durch Studien im Zeitraum 2017 bis 2019 unter wissenschaftlicher Leitung von Mart Jussi (NPO Pro Mare, Estland) und Mikhail Verevkin (St. Petersburger Wissenschaftszentrum der Russischen Akademie der Wissenschaften, Russland) mit Hilfe von Telemetriesensoren belegt.

  • Dank der gründlichen Überwachung der Pflanzen durch JSC ECOPROJECT wurden im Jahr 2020 mehrere der seltenen geschützten Arten in dem Gebiet entdeckt. Im Rosson-Flusstal wurde Wasserdost (Eupatorium cannabinum) gefunden, eine geschützte Pflanze, die auf der Roten Liste des Leningrader Gebiets aufgeführt ist. Grünes Koboldmoos (Buxbaumia viridis), eine seltene Art, die im Leningrader Gebiet seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr vorkam, wurde ebenfalls im Kurgalski-Naturschutzgebiet gefunden.

  • Mit Hilfe von GPS-GSM-Sendern konnte ECOPROJECT auch eines der beiden Seeadlerküken, die im Sommer 2020 im Kurgalski-Naturschutzgebiet geschlüpft sind, genau beobachten. Die Beobachtungen erweiterten das Verständnis der Experten für den Lebensraum und die Bewegungsmuster der Adler sowohl innerhalb des Reservats als auch darüber hinaus. Die Küken wurden von einem Seeadlerpaar ausgebrütet, das zuvor in unmittelbarer Nähe des Baukorridors gebrütet hatte und später einen neuen Brutplatz zwei Kilometer von der Pipeline entfernt errichtete, während der alte als Erholungsort diente.

Das Umweltmonitoring in Russland wird fortgesetzt, um die weitere Erholung der natürlichen Biotope an Land und auf See zu beurteilen. Auf dem Offshore-Abschnitt sind in den ersten beiden Betriebsjahren saisonale Erhebungen aller biotischen Komponenten und ein jährliches hydro- und geochemisches Monitoring des Wassergebiets geplant, danach werden die Erhebungen in größeren Abständen fortgesetzt. Das dreijährige Monitoring im Kurgalski-Naturschutzgebiet wird sich auf Folgendes konzentrieren: die Vegetation innerhalb des Korridors, die Wiederherstellung des Torfs, exogene Prozesse in den Dünen, die Struktur und den Zustand der Pflanzengemeinschaften in den an die Pipelineroute angrenzenden Gebieten, die Wiederansiedlung seltener und geschützter Pflanzenarten, die Verteilung der biotopischen Fauna, die Nistplätze seltener und geschützter Arten sowie die Wanderrouten von Tieren.

Das Monitoring von Nord Stream 2 in Russland ist Teil eines umfassenden Umweltmonitoring-Programms entlang der gesamten Pipelineroute, um die Umweltauswirkungen des Projekts vor, während und nach dem Bau zu bewerten. Diese Überwachung ist eine Verpflichtung von Nord Stream 2 und eine anzuwendende Rechtsvorschrift in Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland, durch die die Nord Stream 2-Pipeline verläuft.

Weitere Informationen über das Umweltmonitoring-Programm in Russland finden Sie im Dokument „Umweltmonitoring der Nord Stream 2-Bautätigkeiten in Russland“. Weitere Details zu den Umweltmaßnahmen, die von Nord Stream 2 während des Baus im Kurgalski-Naturschutzgebiet umgesetzt werden, finden Sie im Dokument Nord Stream 2 in Russia: Responsible Project Implementation in the Kurgalsky Reserve (in Englisch).

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