Der allgemeine Umweltmonitoring-Bericht von Nord Stream 2 für 2018 bestätigt, dass die Bauaktivitäten der Pipeline im Jahr 2018 keine signifikanten Auswirkungen auf die Ostsee hatten.

Jährliches Umweltmonitoring bestätigt Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfungen

  • Das Monitoring zeigt, dass die Bauarbeiten an Nord Stream 2 keine signifikanten Auswirkungen auf die Ostsee hatten und bestätigt somit die Schlussfolgerungen der Umweltverträglichkeitsprüfungen
  • Eine breite Palette an innovativen Maßnahmen verringerte die potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt
  • Bis zu 40 unabhängige Auftragnehmer waren am Umweltmonitoring beteiligt
  • Bis Ende 2020 wird Nord Stream 2 mehr als 100 Millionen Euro für Umweltuntersuchungen, Bewertungen, Analysen, Überwachung und Naturschutzmaßnahmen investiert haben

5. Februar 2020 | Zug (Schweiz) | Der allgemeine Umweltmonitoring-Bericht von Nord Stream 2 für 2018 bestätigt, dass die Bauaktivitäten der Pipeline im Jahr 2018 keine signifikanten Auswirkungen auf die Ostsee hatten. Die Ergebnisse entsprachen im Allgemeinen den in den nationalen Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) dargestellten Prognosen oder lagen sogar darunter. Die Auswirkungen waren zudem temporär und lokal. 

Der Bericht umfasst die Ergebnisse der Umweltüberwachung relevanter Onshore- und Offshore-Bauaktivitäten wie Rohrverlegung, Baggerarbeiten und Rückverfüllungen, Munitionsräumung und Gesteinsaufschüttungen, die 2018 in Russland, Finnland, Schweden und Deutschland stattfanden. Insgesamt wurden je nach Art der Bauarbeiten und Sensibilität des Ökosystems im jeweiligen Land bis zu 26 Parameter zu unterschiedlichen Zeitpunkten beobachtet. Der Umfang und der Zeitplan des Monitorings wurden mit den jeweils zuständigen nationalen Behörden diskutiert und vereinbart. So zielte das Monitoring beispielsweise auf Bauaktivitäten ab, die sich potenziell auf die Umwelt auswirken könnten (etwa die Munitionsräumung in Finnland) sowie auf sensible/geschützte Gebiete (beispielsweise das Naturschutzgebiet Kurgalski in Russland). Bis zu 40 unabhängige Auftragnehmer haben die tatsächlichen Auswirkungen auf die Umwelt und auf Meereslebewesen überwacht. Dazu gehörte das Monitoring von abiotischen Umweltfaktoren, wie etwa der Wasserqualität und des Unterwasserlärms, sowie von biotischen Umweltfaktoren, zum Beispiel von Benthos und Meeressäugern. Die sozioökonomische Umwelt, darunter Kulturerbe und Schiffsverkehr, wurde ebenfalls beobachtet. Das Monitoring wurde vor, während und nach dem Bau entlang der Pipeline-Trasse durchgeführt. 

Die Monitoring-Ergebnisse zeigen, dass die Planung der Pipeline-Route und der gewählte Bauansatz, mit den damit verbundenen Minderungsmaßnahmen und innovativen Techniken, die potenziellen Auswirkungen erfolgreich verringern konnten. Um beispielsweise das Risiko zu minimieren, dass Meeressäugetiere vorübergehenden oder dauerhaften Gehörschäden oder Verhaltensänderungen ausgesetzt sind, wurden Blasenvorhänge eingesetzt, um den Lärmpegel bei der Munitionsräumung im Finnischen Meerbusen zu reduzieren. Außerdem wurden Mikrotunnel beziehungsweise eine offene Bauweise mit Grabenkästen für den Bau der Anlandestationen eingesetzt, um die Auswirkungen auf die Ökosysteme an der Küste zu reduzieren.  

Das Offshore-Monitoring lieferte folgende Ergebnisse:

  • Aufgrund des Einsatzes von Beobachtern von Meeressäugern, Geräten zur akustischen Abschreckung und Blasenvorhängen als Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen auf Meereslebewesen waren die Auswirkungen des Unterwasserlärms bei der Munitionsräumung geringer als vorhergesagt. Es wurden keine Auswirkungen auf Meeressäuger beobachtet.

  • Die Bautätigkeiten hatten keine signifikanten Auswirkungen auf die Wasserqualität: Die Trübungs- und Wasserqualitätswerte an allen Baustandorten entsprachen den Erwartungen gemäß UVP oder waren sogar niedriger.  

  • Das Monitoring der Auswirkungen auf die Biopopulationen reichte von Plankton und benthischen Gemeinschaften bis hin zu Meeressäugern. Die Ergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen im Allgemeinen temporär waren und mit den Bewertungen in den UVP übereinstimmen. Die allgemeinen Bedingungen, zum Beispiel die Verteilung und Struktur der überwachten Populationen, blieben typisch für die Ostsee. 

  • Aufgrund erfolgreicher Minderungsmaßnahmen gab es keine Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. Der Schiffsverkehr von Dritten verzeichnete keine Vorfälle. Die Maßnahmen umfassten behördliche Meldungen vor Beginn der Bauarbeiten und regelmäßige Aktualisierungen der Baupläne durch die Bauschiffe an die Behörden. Darüber hinaus wurde in Deutschland in Abstimmung mit dem zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund eine Koordinierungsstelle für die Schifffahrt eingerichtet, um die Auswirkungen auf den Schiffsverkehr von Dritten zu mindern. Die Schiffe, die für den Bau von Nord Stream 2 zum Einsatz kamen, wurden zudem mit GPS-Transpondern zur Echtzeit-Verfolgung ausgestattet.  

  • Dank der erfolgreichen Umsetzung von entsprechenden Sicherheitszonen während der Bauarbeiten wurden keine geschützten Schiffswracks beeinträchtigt.

  • Alle ungeplanten Ereignisse wurden den zuständigen Behörden gemeldet und es wurden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. So kam es beispielsweise in Deutschland während der Baggerarbeiten zu einer unerwarteten Freisetzung von Schmierfett. Unmittelbar nach deren Entdeckung wurden die Baggerarbeiten eingestellt und die betroffenen Küstenabschnitte gereinigt. Das Monitoring der Strände wurde vier Wochen lang fortgesetzt, um sicherzustellen, dass die Folgen des ausgetretenen Schmierfetts beseitigt wurden. Die chemische Analyse der Meeresbodensedimente ergab keine Restverschmutzung durch ausgelaufenes Schmierfett. Darüber hinaus wurden für die Restdauer des Projekts ausschließlich biologisch abbaubare, umweltverträgliche Schmiermittel verwendet. 

Das Onshore-Monitoring lieferte folgende Ergebnisse:

  • In Russland bestätigte das Umweltmonitoring auf den Baustellen und den Unterkünften für das Baupersonal die Schlussfolgerungen der UVP. Es wurden keine signifikanten Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Naturschutzgebietes Kurgalski oder auf den Vogelbestand, einschließlich der Zugvogelarten, beobachtet. 

  • In Deutschland konnten durch den Bau von zwei Mikrotunneln etwaige aus der offenen Querung des Strandes resultierende Umweltauswirkungen vollständig vermieden werden. Die Bauarbeiten wurden im Einklang mit den Genehmigungsbedingungen und den geplanten Maßnahmen zur Verringerung der Umweltauswirkungen durchgeführt. Der Bau von Tunneln und Pipeline hatte keine signifikante Veränderung des Grundwasserspiegels zur Folge.

Nord Stream 2 hat sich verpflichtet, ein sicheres und nachhaltiges Unterwasser-Pipelinesystem zu bauen, das keine signifikanten oder dauerhaften Auswirkungen auf die Ostsee, die Umwelt an Land oder die Bevölkerung vor Ort hat. Das Umweltmonitoring dient dazu, die tatsächlichen Auswirkungen der Bauarbeiten zu überprüfen. Es bestätigt auch die Erfüllung der Genehmigungsauflagen und Verpflichtungen, die in den fünf Ländern, durch deren Gewässer die Pipeline gebaut wird (Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland), eingegangen wurden. Es dient zudem dazu, die Erholung der Umwelt nach dem Bau zu überwachen. Die Monitoring-Berichte werden von unabhängigen Umweltberatern erstellt und regelmäßig den zuständigen Behörden vorgelegt.

Bis Ende 2020 wird Nord Stream 2 mehr als 100 Millionen Euro für Umweltuntersuchungen, Bewertungen, Analysen, Überwachung und Naturschutzmaßnahmen investiert haben. Das Monitoring wird nach Inbetriebnahme über mehrere Jahre fortgesetzt.

Der allgemeine Umweltmonitoring-Bericht 2018 kann hier eingesehen werden. Die detaillierten Monitoring-Ergebnisse für Russland und Finnland sind ebenfalls online abrufbar. 

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