Das Monitoring der Offshore-Bauarbeiten der Nord Stream 2-Pipeline im Jahr 2019 zeigt, dass die Auswirkungen im Rahmen der Prognosen blieben. Im landseitigen Abschnitt in Russland gab es keine wesentlichen Auswirkungen auf die biotischen und abiotischen Umweltfaktoren im dortigen Naturschutzgebiet.

Auswirkungen durch Bau von Nord Stream 2 im Jahr 2019 wie erwartet oder geringer als Prognosen

  • Jährlicher Umweltmonitoringbericht 2019 veröffentlicht
  • Keine wesentlichen Auswirkungen auf biotische und abiotische Umweltfaktoren im russischen Naturschutzgebiet
  • Neue Erkenntnisse aus der zusätzlichen Beobachtung von Ringelrobben

1. März 2021 | Zug (Schweiz) | Das Monitoring der Offshore-Bauarbeiten der Nord Stream 2-Pipeline im Jahr 2019 zeigt, dass die Auswirkungen im Rahmen der Prognosen blieben. Im landseitigen Abschnitt in Russland gab es keine wesentlichen Auswirkungen auf die biotischen und abiotischen Umweltfaktoren im dortigen Naturschutzgebiet.

Im Jahr 2019 lag der Schwerpunkt der Untersuchung auf den relevanten physikalisch-chemischen (z.B. Wasser- und Luftqualität), biotischen (z.B. Vögel und Meeressäuger) und sozio-ökonomischen (z.B. Kulturerbe und Schiffsverkehr) Bereichen. Das Ziel war die Beobachtung potenzieller Auswirkungen der Bautätigkeiten, die auf See (in Russland, Finnland, Schweden, Deutschland) und an Land (in Russland, Deutschland) durchgeführt wurden. Zu den Bauaktivitäten gehörten die Rohrverlegung, Gesteinsaufschüttungen, die Montage von Kofferdämmen, das nachträgliche Eingraben nach der Verlegung sowie Bagger- und Rückverfüllungsarbeiten. 

Darüber hinaus wurden zusätzliche Monitoring-Aktivitäten anhand von Fachstudien durchgeführt, um beispielsweise weitere wissenschaftliche Erkenntnisse über die Umwelt der Ostsee zu gewinnen.

Während der gesamten Bauphase wurden umfangreiche Minderungsmaßnahmen umgesetzt. Mittels eines umwelt- und sozialtechnischen Prüfungsprogramms wurde die Konformität mit dem Umwelt- und Sozialmanagementsystem überwacht.

Das Offshore-Monitoring lieferte folgende Ergebnisse:

  • Das nach dem Bau 2019 durchgeführte Monitoring zeigt, dass die Auswirkungen der 2018 in deutschen Gewässern durchgeführten Baumaßnahmen – d.h. Bagger-, Verlege- und Rückverfüllungsarbeiten – auf den Meeresboden den vorab getroffenen Einschätzungen entsprachen. Der ausschließliche Einsatz von Stelzenpontonbaggern bei den Baggerarbeiten innerhalb geschützter Natura-2000-Gebiete erwies sich als erfolgreiche Minderungsmaßnahme und ermöglichte es, den räumlichen Fußabdruck zu minimieren. Es wurde keine Verunreinigung der Sedimente des Meeresbodens festgestellt.

  • In schwedischen Gewässern war der Unterwasserlärm im Zusammenhang mit der Rohrverlegung und Gesteinsaufschüttungen mit Blick auf Geräuschpegel und Häufigkeit vergleichbar oder niedriger als der durch den kommerziellen Frachtschiffsverkehr verursachte Lärm in diesem Gebiet. Dies untermauerte die anfängliche Einschätzung, dass den Meeressäugern kein Schaden zugefügt wurde.

  • Zusätzliche Beobachtungen lieferten wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse: So wurde zum Beispiel neben den Felsen der Insel Sommers eine bisher unbekannte Kegelrobbengruppe entdeckt und zum ersten Mal die Rundreise einer markierten Ostsee-Ringelrobbe nach Westestland festgestellt.

  • Die Überwachung des Schiffsverkehrs von Dritten zeigte, dass in allen Ländern Maßnahmen zur Risikominderung während der Bauphase erfolgreich umgesetzt wurden. Es wurden keine Zwischenfälle verzeichnet.

  • Die Projektaktivitäten in finnischen, schwedischen und dänischen Gewässern verursachten keine Beeinträchtigung von Objekten des Kulturerbes

  • Es gab keine Zufallsfunde von Munition oder Gegenständen des Kulturerbes in dänischen Gewässern.

  • Das Laichen von Ostseehering und die saisonalen Lachswanderungen wurden nicht beeinträchtigt.

  • Während der Rohrverlegung, der Baggerarbeiten, des Eingrabens und der Gesteinsaufschütten traten keine signifikanten Auswirkungen auf die Wasserqualität auf. Die Ergebnisse entsprachen den durch nationale Normen festgelegten Anforderungen.

  • Im russischen küstennahen Abschnitt konnten durch den Einbau des Kofferdammsein Anstieg der Trübung und allgemeine Auswirkungen auf die Wasserqualität während der Hauptbautätigkeiten in flachen Gewässern erfolgreich verhindert werden. Die Analyse der Meeresbodensedimente ergab keinen signifikanten Anstieg der Schadstoffkonzentrationen in den Gebieten, in denen in den Meeresboden eingegriffen wurde. Die Überwachung der Bodenqualität, der exogenen Prozesse und der Hydrologie zeigte meist Werte innerhalb der natürlichen Schwankungen des Gebietes.

Das Monitoring an Land lieferte folgende Ergebnisse:

  • In Russland traten keine signifikanten Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Naturschutzgebiets Kurgalski auf (auch nicht an den Grenzen des Kader-Sumpfes), was die Schlussfolgerungen der Umweltverträglichkeitsprüfung bestätigte.

  • Die in der Roten Liste der gefährdeten Arten eingetragenen Spezies, die 2018 im Naturschutzgebiet Kurgalski umgesiedelt wurden, z.B. Aulacomnium androgynum und Epipactis atrorubensbefanden sich in einem guten Zustand. Das hydrologische Regime des Gebiets wurde durch die Bautätigkeiten nicht beeinträchtigt. Ebenso wurden während des gesamten Jahres 2019 keine gefährlichen exogenen Prozesse festgestellt.

  • In Deutschland konnte bei der Luftschallmessung an Messstellen keine akustische Beeinträchtigung durch Baulärm festgestellt werden.

Das Umweltmonitoring von Nord Stream 2 basiert auf den nationalen Umweltmonitoring-Programmen für Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland, die von den zuständigen nationalen Behörden genehmigt wurden. Mit dem Monitoring soll sichergestellt werden, dass die Projektumsetzung keine signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt in der Ostsee hat und dass die Anforderungen und Verpflichtungen in den jeweiligen Hoheitsgebieten der fünf Länder, in denen die Nord Stream 2-Pipeline gebaut wird, erfüllt werden.

Bis zu 40 unabhängige Auftragnehmer haben die tatsächlichen Auswirkungen auf die Umwelt und das Meeresleben überwacht. Die gesammelten Daten werden an Umweltberater weitergeleitet, die die Monitoringberichte zur regelmäßigen Vorlage bei den nationalen Behörden erstellen.

Bis Ende 2020 wird Nord Stream 2 mehr als 100 Millionen Euro in Umwelterhebungen, -bewertungen, -analysen, -überwachung und -erhaltungsmaßnahmen investiert haben.

Der allgemeine Umweltmonitoring-Bericht 2019 kann hier eingesehen werden (auf Englisch).

Weiterführende Informationen zum Umweltmonitoring von Nord Stream 2 finden Sie in einer Infografik.

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