Das Monitoring des Baus der Nord Stream 2-Pipeline in der schwedischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) zeigt, dass die Auswirkungen der 2019 durchgeführten Bauarbeiten nur geringe, lokal begrenzte und kurzfristige Auswirkungen auf die Ostsee hatten. Es wurden neue Erkenntnisse über höherfrequenten Lärm von Schiffen in der Ostsee gewonnen.

Auswirkungen des Baus von Nord Stream 2 in schwedischen Gewässern geringfügig, lokal begrenzt und kurzfristig

  • Die Ergebnisse des Monitorings der Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Meeressäuger liefern neue Erkenntnisse über die akustische Geräuschkulisse der zentralen Ostsee.
  • Die Integrität des Natura-2000-Gebiets wurde durch die Bautätigkeiten nicht beeinträchtigt.

4. September 2020 | Stockholm, Schweden / Zug, Schweiz | Das Monitoring des Baus der Nord Stream 2-Pipeline in der schwedischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) zeigt, dass die Auswirkungen der 2019 durchgeführten Bauarbeiten nur geringe, lokal begrenzte und kurzfristige Auswirkungen auf die Ostsee hatten. Es wurden neue Erkenntnisse über höherfrequenten Lärm von Schiffen in der Ostsee gewonnen.

Die im Jahr 2019 durchgeführten Bauarbeiten in der schwedischen AWZ umfassten Steinschüttungen und die Installation von Betonmatten vor der Verlegung, die Verlegung der Pipelinestränge selbst sowie das anschließende Eingraben und weitere Steinschüttungen.

Das Monitoring dieser Aktivitäten konzentrierte sich auf Unterwasserlärm und seine potenziellen Auswirkungen auf Meeressäuger (insbesondere auf Schweinswale), auf die Trübung in einem Natura-2000-Gebiet, auf das Kulturerbe und auf den Schiffsverkehr, wie sie in dem von den nationalen Behörden genehmigten Monitoringprogramm definiert sind.

Der Unterwasserlärm wurde hauptsächlich wegen der Sorge um eine Störung des Verhaltens und der akustischen Maskierung bei Schweinswalen in einem Natura-2000-Gebiet überwacht. Außerdem wurde die Anwesenheit von Schweinswalen mit Hilfe von akustischen Geräten dokumentiert.

Die Monitoringergebnisse des Unterwasserlärms zeigten, dass

  • Unterwasserlärm, der von den Pipeline-Verlegeschiffen und weiteren beim Bau eingesetzten Schiffen erzeugt wurde, in Bezug auf Pegel und Frequenz vergleichbar mit kommerziellen Frachtschiffen in der Gegend war.
  • der Unterwasserlärm der Steinschüttungen etwas geringer war als der von den Pipeline-Verlegeschiffen und ein vergleichbares Frequenzspektrum hatte.
  • Schweinswale sowohl vor als auch nach der Verlegung der Pipeline entdeckt wurden. Insgesamt war das nachgewiesene Vorkommen von Schweinswalen im Untersuchungsgebiet relativ gering.
  • die Integrität des Natura-2000-Gebiets durch den Bau der Pipeline nicht beeinträchtigt wurde. Die Verlegung der Nord Stream 2-Pipeline verlief schneller als die der Nord Stream-Pipeline, so dass die Verweildauer innerhalb des Natura-2000-Gebiets kürzer war als in der Verträglichkeitsprüfung angenommen.
  • die gewonnenen Messungen wertvolle neue Erkenntnisse über den Unterwasserlärm von Bau- und anderen großen Schiffen, aber auch über die allgemeine akustische Geräuschkulisse der zentralen Ostsee liefern. 

Trübungsmessungen* wurden durchgeführt, um zu bestätigen, dass keine schädlichen Sedimentkonzentrationen, die durch das Einpflügen der Pipeline entstehen, die empfindlichen flachen Ufer innerhalb des Natura-2000-Gebiets von Hoburgs Bank und in Midsjöbankarna erreichen.

Die Überwachung der Trübung während des Einpflügens zeigte, dass

  • keine Sedimentfahnen mit Konzentrationen über dem mit den Behörden vereinbarten Schwellenwert (15 mg/l) die flachen Ufer erreichten.
  • der höchste direkt hinter dem Pflug gemessene Wert 24,7 mg/l betrug, so dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass hohe Sedimentkonzentrationen die mehr als fünf Kilometer entfernten empfindlichen Gebiete erreichen konnten.
  • die Auswirkungen als lokal und von geringer Intensität eingeschätzt und daher als unbedeutend in Bezug auf die Schutzgebiete betrachtet wurden.

Des Weiteren

  • hatten die Bautätigkeiten keine Auswirkungen auf fünf Kulturerbe-Stätten, die vor der Verlegung der Pipeline identifiziert wurden.
  • ereigneten sich während der Bauarbeiten keine Unfälle oder Zwischenfälle mit dem Schiffsverkehr, einschließlich der Fischereischiffe. Es wurde bestätigt, dass die Auswirkungen auf den Schiffsverkehr geringfügig, lokal und kurzfristig waren.

Das Monitoring, die Datenverarbeitung und die Berichterstattung wurden von unabhängigen schwedischen und dänischen Expertenorganisationen durchgeführt. Der Bericht wurde den zuständigen nationalen Behörden vorgelegt und von diesen akzeptiert.

Der Zweck des Umweltmonitorings von Nord Stream 2 ist, die tatsächlichen Auswirkungen der Bautätigkeiten zu überprüfen. Es bestätigt auch die Erfüllung der nationalen Genehmigungsanforderungen und der eingegangenen Verpflichtungen und überwacht die Erholung der Umwelt nach dem Bau. Bis Ende 2020 wird das Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro in Umwelterhebungen, -bewertungen, -analysen, -monitoring und Naturschutzmaßnahmen investiert haben.

Hier finden Sie den Bericht Environmental and Social Monitoring in Swedish Waters 2019 (auf Englisch).

Lesen Sie mehr über das Umweltmonitoring von Nord Stream 2 in der Infografik hier.

⃰ Die Trübung ist ein Maß für die suspendierten Sedimente in der Wassersäule.

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