Baumaßnahmen in Russland

Die Pipeline beginnt an der russischen Ostseeküste und reicht bis in einen 114 Kilometer langen Offshore-Bereich der Pipeline. Jeder Bauabschnitt ist so geplant, dass Auswirkungen auf die Umwelt minimal sind.

Der Startpunkt von Nord Stream 2 liegt in der Nähe der Narwa-Bucht im Bezirk Kingissepp in der russischen Region Leningrad, wo die Pipeline an das russische Gasnetz angeschlossen wird. Das Gas wird aus der von Gazprom betriebenen Kompressorstation Slawjanskaja in die Pipeline eingespeist. Der Verdichter erhöht den Gasdruck auf das Niveau, das für einen sicheren Transport durch die gesamte Pipeline erforderlich ist, ohne weitere Kompressorstationen zu benötigen.

Der Bau des russischen Abschnitts gliedert sich in ein 3,7 Kilometer langes Segment an Land und ein 114 Kilometer langes Offshore-Teilstück. Es beginnt in 3,8 Kilometern Entfernung vom Ufer an der Anlandestation. Dort befinden sich auch die Molchschleuse und Abschaltventile sowie Systeme zur Überwachung des einströmenden Gases und zur Gewährleistung eines sicheren Betriebs. (Ein „Molch“ ist ein Messegerät zur Inspektion der Pipeline.) 

Der russische Landabschnitt der Pipeline führt durch das Kurgalski-Naturschutzgebiet. Um die Umwelt möglichst wenig zu belasten, wird dieser Abschnitt in einer speziellen, offenen Bauweise errichtet. Sogenannte Verbauboxen reduzieren die Breite des Baukorridors und die damit verbundenen Belastungen um rund 50 Prozent. 

Die Technik trägt auch dazu bei, den lokalen Wasserhaushalt zu erhalten, da bei der Verlegung der Rohrleitungen keine Grabenentwässerung erforderlich ist. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das gesamte Areal wiederhergestellt. Ein 30 Meter breiter Korridor direkt über der Pipeline wird gemäß der russischen Sicherheitsstandards frei von Bäumen gehalten. Die Vegetation darf auf natürliche Weise in dieses Gebiet zurückkehren.

Die Arbeiten an den Pipelines im ufernahen und im Offshore-Bereich werden mit zwei hochmodernen Pipeline-Verlegeschiffen durchgeführt. Die zwei Abschnitte werden später durch sogenannte above-water tie-ins über der Wasseroberfläche verbunden.

Während der gesamten Bauzeit stellt eine umfassende Umweltüberwachung für den Onshore- und Offshore-Bereich sicher, dass die tatsächlichen Umweltauswirkungen die im Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten. Die zuständigen Behörden führen die externe Aufsicht durch.

Zurück zum Überblick