Baumaßnahmen in Deutschland

Die Pipeline wird an der nordostdeutschen Küste in Lubmin bei Greifswald anlanden. Der Bau der Nord Stream 2-Pipeline im rund 85 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitt unterteilt sich in den landseitigen und den wasserseitigen Bauabschnitt.

Baggerarbeiten in deutschen Territorialgewässern

Um die Pipelines in Küstennähe zu stabilisieren, werden sie im Meeresboden vergraben. In Deutschland geschieht dies im ersten Pipeline-Abschnitt im Greifswalder Bodden. Das bevorzugte Verfahren dafür ist die Verlegung der Pipeline in einem zuvor ausgehobenen Graben.

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Bau des deutschen Anlandebereichs

Die Bodenverhältnisse haben sich als günstig für den Einsatz einer speziellen Mikrotunneltechnik erwiesen, die die Umweltbelastung des Nord Stream 2-Anlandebereichs in Deutschland auf ein Minimum reduziert. Indem die Bauarbeiten unterirdisch durchgeführt werden, wird sichergestellt, dass sensible Bereiche und die vorhandene Infrastruktur unbeeinträchtigt bleiben.

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Rohrtransport von Mülhein nach Mukran

Nord Stream 2 setzt auf emissionsarme Transportmittel: Die zwölf Meter langen und zwölf Tonnen schweren Stahlrohre werden per Bahn vom Produktionswerk in Mülheim an der Ruhr zum Hafen von Mukran gebracht. Dort werden sie mit Beton ummantelt, dies verbessert die Stabilität auf dem Meeresgrund. Um rechtzeitige Lieferungen zu gewährleisten, nehmen seit Oktober 2016 jeden Tag zwei Züge der DB Cargo AG Fahrt auf. Jeweils elf Stunden benötigen die erfahrenen Zugführer, bis ihre Rohrladung Mukran in einwandfreiem Zustand erreicht.

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Landseitig entsteht westlich des Hafens Lubmin die Molchempfangsstation*. Nach Erhalt des Planfeststellungsbeschlusses für den Bau und Betrieb von Nord Stream 2 für das deutsche Küstenmeer und den Anlandebereich Ende Januar 2018 haben die vorbereitenden Arbeiten für den späteren Bau der Pipelines begonnen.

Die Molchempfangsstation verbindet die Nord Stream 2-Pipeline mit der benachbarten Erdgasempfangsanlage des Energieversorgers Gascade und so mit dem europäischen Fernleitungsnetz. Auf dem rund sechs Hektar großen Gelände werden sich alle notwendigen Steuerungs- und Regeleinrichtungen befinden, die für einen sicheren Betrieb der zwei Pipelinestränge notwendig sind.

Zwei 700 Meter lange Mikrotunnel bilden den Übergang vom Land- zum Unterwasserbauabschnitt. Die im zweiten Quartal 2018 gebauten Tunnel beginnen vor der Molchempfangsstation, unterqueren die nördlich gelegene Infrastruktur (Bahnstrecke, Straße und Versorgungsleitungen) sowie Küstenwald, Düne und Strand und enden im Flachwasserbereich etwa 350 Meter vor dem Strand.

Im Sommer 2018 wurden beide Pipelines in die Tunnel bis zur Molchempfangsstation eingezogen. Zuvor mussten die Gräben für beide Rohrleitungen vorbereitet werden. Insgesamt werden im deutschen Küstenmeer ein 28 Kilometer langer Graben für beide Leitungsstränge sowie zwei parallel verlaufende 21 Kilometer lange Gräben für je einen Leitungsstrang angelegt.

Nachdem die Pipeline verlegt ist, werden die Gräben wieder verfüllt und die Deckschicht mit dem zuvor abgetragenen Material wiederhergestellt. Dies beschleunigt die Regeneration und stellt sicher, dass der Eingriff lokal und zeitlich begrenzt ist und somit so gering wie möglich ausfällt.

Alle Arbeiten werden durch ein umfangreiches Umweltmonitoring überwacht. Das stellt sicher, dass die in den Antragsunterlagen dargelegten Auswirkungen zum Beispiel hinsichtlich Wassertrübung und Lärm nicht überschritten werden.

*Ein Molch ist ein knapp sieben Meter langes und mehr als sieben Tonnen schweres Messegerät zur Inspektion der Pipeline. Es wird mit dem Gasdruck von Russland nach Lubmin transportiert.

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